2. März 2017

FAQ


Was versteht man unter einer Hundehölle?


Eine Hundehölle ist ein billig geführtes Massenlager mit oftmals weit über 1000 Hunden, das ohne Beachtung der geltenden Tierschutzrichtlinien und Auflagen für die Unterbringung von Lebewesen geführt wird. Regelmässiges Futter, frisches Wasser und medizinische Versorgung erfordern Personal und kosten Geld. Die im Vergleich zu anderen Tierheimen günstige Unterbringung der Tiere wird in den Hundehöllen auf Kosten der Versorgung der Hunde erreicht. Massenlager werden unter dem Leitsatz geführt:

"Nur ein Hund der im Lager lebt, so wenig wie möglich kostet und nie mehr heraus kommt, ist ein guter Hund."



Auf engstem Raum werden hier so viele Tiere wie möglich zusammengepfercht, ohne dass sie ihre Zwinger je wieder verlassen. Aggressionen und Angst, Hunger, Durst und Dauerstress beherrschen die Atmosphäre. Augenzeugen berichten immer wieder von Kanibalismus der Hunde untereinander. Ratten bieten einerseits eine Nahrungsquelle, bedienen sich aber auch an dem wenigen Futter, das oft nur zwischen den knöchelhohen Kot geworfen wird, so dass die Hunde es sich dort wieder heraus sammeln müssen.

Trächtige Hündinnen werfen in dreckigen Ecken ihre Welpen, rangniedere Hunde werden von anderen gemobbt, gebissen, getötet. Die Schwachen ernähren sich nur von dem, was die Stärkeren ihnen übrig lassen und dass ist oft genug nichts. Rangkämpfe sind an der Tagesordnung. Verletzungen und Krankheiten werden nicht behandelt, Personal ist kaum vorhanden. Frisches sauberes Wasser ist ein Festtag für die armen Insassen. Schutzlos sind sie Wind und Wetter ausgesetzt, Hundehütten oder Schattendächer sind in der Regel nicht vorhanden. Die Tiere leben und schlafen oft genug lebenslang auf dreckigem Betonboden oder Kieselsteinen, seltener auf vor Verzweiflung zernagten Paletten.

Das einzige was hier wirklich zuverlässig geführt wird, sind die Listen der Hunde, damit man auch die richtige Anzahl mit den Gemeinden abrechnet. Ein Interesse an Vermittlungen ist nicht vorhanden, da es das monatliche Einkommen schmälert. Die Hunde fristen ihr trauriges Dasein, bis sie nach einem endlos traurigen Leben vom Tod erlöst werden. Daher heißen diese Unterkünfte lange schon Hundehölle.

Für Gemeinde und Betreiber ist es eine win-win-Situation. Das Amt ist verpflichtet, für die herrenlosen Hunde ihrer Gemeinde aufzukommen. Mit der Belegung in einem billigen Lager spart die Gemeinde Kosten, der Betreiber hat ein gutes, zuverlässiges Einkommen ohne großen Aufwand. Um Richtlinien über ein Minimum an Standardversorgung für die Hunde macht man sich keine großen Gedanken.

Ganz klar, dass die Hunde nach kurzer Zeit auch massive psychische Schäden davontragen. Wehrlos leiden sie, damit der Betreiber sich Autos kaufen und Willen bauen können - auf ihre Kosten. In der Politik hat der Tierschutz keine große Wählerwirksamkeit, weshalb das Interesse an den Hunden minimal ist. Und was auch immer an Interesse da sein mag, prallt an den KZ-ähnlichen Mauern ab, die um die Massenlager gezogen werden, damit niemand dort hinein kommt. Außer Hunde. Unglaublich, aber wahr.

Mit etwas Glück werden die Verhältnisse so dermaßen untragbar - oder auch so unrentabel - dass ein Massenlager aufgelöst wird. Die Hunde, die dann noch lebensfähig sind werden auf andere Tierheime verteilt. Meistens haben sie solche seelischen, körperlichen und psychischen Schäden, dass sie schwer bis gar nicht vermittelbar sind. Ihr Leben verbessert sich aber mit ein wenig Glück wenigstens dahingehend, dass sie in eine sozial verträgliche Gruppe kommen, medizinisch versorgt werden und regelmäßig Wasser und Futter bekommen. Viele müssen häufig genug gleich eingeschläfert werden, weil sie zu krank oder zu verletzt sind und keine Lebenschance mehr haben. Solch ein Ende kann eine Gnade sein.

zurueck