Banner

Dago

Dago ist ein Hund, der eine ganz besondere Geschichte geschrieben hat. Erzählen kann ich sie von dem Augenblick an, als er in mein Leben trat. Das muss ungefähr im März 2007 gewesen sein.

Am Anfang war beinahe das Ende



Dago in Pavia
Dago in Pavia
Mich erreichte eines Tages eine Nachricht von einer befreundeten Spinone-Züchterin, bei der eine Notruf-Post aus Italien angekommen war. Es ging darin um zwei ca. 8-jährige Spinone-Rüden, die von einem Jäger in einem erbärmlichen Zustand im öffentlichen Tierheim Pavia (Nord-Italien) abgegeben worden waren. Er konnte sie nicht mehr gebrauchen. Groß, männlich, alt, krank und heruntergekommen wie sie waren, war allen Beteiligten klar, dass sie nie mehr eine Chance hatten, das Tierheim zu verlassen. Und so wie sie aussahen, würden sie auch dort nicht mehr lange überleben.

Spinone! - eine traumhafte Rasse! - meine Traumhund-Rasse ... ich konnte nicht weggucken. Ein paar Mails gingen zwischen Italien und Deutschland hin und her und Corinna von Diamoci La Zampa erklärte sich bereit, die Hunde aus dem Heim heraus zu holen und ausreisefertig zu machen. Fünf Wochen später kamen die beiden dann bei mir an.
Slims Geschichte erzähle ich an einer anderen Stelle weiter, jetzt soll es um Dago gehen:

Loch an Loch und hält doch

Dago, frisch angekommen
Frisch angekommen
Trotz der aufopfernden Pflege und medizinischen Versorgung, die er bei DLZ in Italien bereits genossen hatte, war Dago immer noch in einem jämmerlichen Zustand. Er hatte laut Tierarzt mehr als 10 kg Untergewicht. Sein Fell bestand aus langen Haaren, die sich zwar voluminös über den Körper drapierten. Wenn er aber vom Regen nass war, kam darunter die nackte Haut heraus: Er hatte aufgrund von Mangelerscheinungen überhaupt kein Unterfell. Seine eine Vorderpfote war gebrochen gewesen und noch nicht richtig verheilt, dadurch humpelte er stark. Auch die Hüfte muss mal gebrochen gewesen sein, denn der eine Hüftknochen steht wesentlich weiter nach oben als der andere. Augen und Ohren waren entzündet. Er hatte starken Durchfall. Und er war kein Spinone sondern ein Korthals-Griffon.

Der Prinz im Bettelkleid

Dago und Kumpels was zu Knuspern
Warum bekommt der das und wir nicht? Weils lecker schmeckt
und Kräfte weckt!
Aber dieser Hund brachte einen traumhaften Charakter mit. Obwohl er Zeit seines Lebens gejagt hatte, reichte ein Wort, um ihn von einer 'Beute' abzubringen. Innerhalb von 24 Stunden hatte er begriffen, dass die Katzen des Hauses nicht zum Totbeißen angeschafft worden waren. Fortan konnten wir ihn ohne Bedenken mit den Samtpfoten allein lassen. Er fixiert sie bis heute - starr vor Spannung - ist aber Gentleman genug, nicht hinter ihnen her zu jagen. Auch draußen in der Feldmark reicht ein Pfiff und sogar direkt vor ihm abspringendes Rehwild wird anstandslos sofort in Ruhe gelassen. Er bleibt bei Spaziergängen in der Nähe, obwohl er sehr lauffreudig ist, gebraucht zwar ununterbrochen seine hervorragende Nase, aber seine Familie für einen leckeren Geruch im Stich zu lassen, auf den Gedanken kommt er nicht.

Egal was man ihm sagt, Dago versucht, es seinen Menschen Recht zu machen. Dabei ist er schmusig und anhänglich, allerdings fehlt ihm die Sicherheit, einen aus den Augen zu verlieren. Das wird aber noch kommen.

Das einzige wirkliche Problem, das er mitbrachte, war seine Angst, wiederzukommen, wenn er einen für einige Zeit aus den Augen verloren hatte. Vermutlich ist er früher geschlagen worden, wenn er zu lange weg blieb. Effektiv hat er sich einfach nicht mehr in die Nähe getraut und ist dann weggelaufen. Das hat am Anfang einige Nerven gekostet und erst als er begriff, dass er bei jeder Wiederkehr freudig begrüßt wird, war das Eis gebrochen.

Phönix aus der Asche

Neue Lebenslust
Neue Lebenslust
Dago ist nicht mehr jung, Dago wird nie mehr ganz seine körperlichen Handicaps verlieren, Dago ist ein Vollgebrauchs-Jagdhund ... und eigentlich gehen die Chancen gegen Null, so einen Hund zu vermitteln. Ich hatte fast gehofft, dass sich niemand für ihn finden würde und ich hätte mit Kusshand meinen Pflegeplatz geopfert, um ihn zu behalten.

Aber irgendwie strahlen tolle Hunde etwas aus, das andere Menschen auf sie aufmerksam macht. Dagos Unterwolle fing an, nachzuwachsen, sein Hinken verschwand nach und nach, das Gewicht kletterte langsam nach oben. Und irgendwann kam eine Anfrage, bei der ich keinen Grund mehr fand, nein zu sagen. Es ist mir schwer gefallen, ihn gehen zu lassen (und ich hätte es nicht getan, wenn nicht noch so viele andere Dagos in Tierheimen warten würden), aber ich weiß, dass er mit seiner neuen Familie glücklich werden wird.

Und nun sind Erika und Uwe an der Reihe, Dagos Geschichte weiter zu erzählen.






Ein neues Leben


Hallo Barbara,

Dago Dago

unser Dago ist mittlerweile gut zwei Monate bei uns und die erste Eingewöhnungsphase ist gut verlaufen.
Seine Scheu hat er fast gänzlich ablegen können, nur das Treppensteigen ist immer noch nicht unbedingt sein Ding.

mit Erika Familienportrait

Er hat zugenommen, wiegt mittlerweile stolze 25kg und sein Appetit ist prima.

Eine Ohrenentzündung plagt ihn, aber die Tierärztin hat das Problem gut im Griff. Sehr geduldig ließ Dago sich die Ohren ausspülen und behandeln. Wir glauben, er spürt, dass wir alle es gut mit ihm meinen...

Nach wie vor ist er ein ruhiger und absolut lieber Rüde, der sich über jede Streicheleinheit freut und diese auch nachdrücklich durch Nasenstupsen einfordert. Er ist inzwischen ein fester Bestandteil unserer Familie!

im Garten

Anderen Hunden gegenüber ist er anfänglich zurückhaltend, läuft schon einmal einen großen Bogen um sie herum. Hat er aber ihre guten Absichten gespürt, spielt er ausgelassen mit ihnen. Er bellt immer noch kaum - aber die Kirchenglocken am Sonntag verleiten ihn zum "Einstimmen", er heult dann synchron mit ihnen!

Portrait Dago

Dago ist eigentlich überall dabei und fast nie allein (was er auch nicht mag), denn er hat ja auch zusätzlich die Oma, die mit ihm morgens seine Runde geht. Er hat sich also prima eingelebt. Sorgen, dass er uns weglaufen könnte, haben wir gar nicht mehr.

mit Erika

Sogar mit unseren Hasen verträgt er sich, beobachtet sie zeitweilig ausgiebig, aber springt nicht ins Gehege. (Vielleicht wartet er nur auf eine günstige Gelegenheit? ;-) )

Wir sind auch auf Grund der guten Beschreibung von Barbara glückliche Hundebesitzer und denken, dass er uns und sein neues Zuhause akzeptiert hat und glücklich ist. Dago ist ein treuer, lieber, schmusiger und aufmerksamer Hund, der zu uns gehört!

Liebe Grüße
Erika und Uwe mit Familie


Vermittelt im August 2007




Neuigkeiten vom 20. Juli 2008

Dago genießt seinen Garten!


Dago
Dago
Dago




10. Februar 2009: Neues von Dago

Dago




Dago ist nach fast eineinhalb Jahren das erste Mal seine Pflegestelle besuchen gekommen. Und das fand er gaaaaanz merkwürdig!

Anfangs war er ungeheuer verhalten. Man konnte ihm seine Gedankengänge geradezu ansehen:
"Hm ich bin von Italien aus dem Tierheim hierher gekommen und von hier zu meiner tollen Familie .. nun bringt mich meine Familie in meine Pflegestelle zurück .. oh je!!! Hoffentlich muss ich jetzt nicht wieder nach Italien ins Tierheim!!!!!"



Dago



Wir brauchten ein wenig Überzeugungsarbeit, bis er seinen Wach-Platz neben der Ausgangstür aufgab und sich zu uns gesellte.
Und noch ein wenig mehr Zeit brauchte er, bis er locker genug war, die Streicheleinheiten zu genießen und sich im Spiel auf seine alten Hundefreundinnen einzulassen.
Auch wenn er zum Schluss schon wieder fröhlich zwischen uns herum lief, konnte man ihm seine Erleichterung ansehen, als er dann glücklich in sein gewohntes Auto einsteigen durfte, um mit seinen beiden Frauchen zurück nach Hause zu fahren.

Schön war es trotzdem, zu sehen, wie prächtig sich Dago entwickelt hat.
Er sieht super gut aus, hat kein Gramm Untergewicht mehr und strahlt über das ganze Gesicht.
Trotzdem ist er der Gentleman geblieben, der er immer war - ein Traumhund eben!





An eine Sache wird Dago sich nie gewöhnen: an diese dämlichen Sonntagsglocken.
Das verlangt doch förmlich nach einem Protest! :-)






2. Mai 2010: Dagos Ausfahrt mit seinem Frauchen

Dago und sein Frauchen Erika haben sich ein ganz besonderes Vergnügen zu zweit gegönnt!
Sie haben bei strahlendem Sonnenschein eine Ausfahrt mit einem original italienischen Oldtimer Mini unternommen. Den Spaß sieht man den beiden aber auch wirklich an!

Dago Dago
Dago Dago



Bericht vom 3. Januar 2011

Hallo Barbara,

wir wünschen Dir ein gesundes Jahr 2011 und bedanken uns für Deine/Eure Grüße zu Weihnachten. Den Dank habt ihr verdient, mit eurer unermüdlichen Leistung verschafft ihr vielen Tieren ein schönes, verdientes und von Respekt getragenes Tier-Leben. Durch euren Einsatz erreicht hoffentlich noch mehr Menschen die Botschaft, das allem Leben mit Respekt und Achtung zu begegnen ist. Wir haben dabei einen eher bescheidenen Beitrag geleistet.

Wir können Dir gute Neuigkeiten in Bezug auf Dago mitteilen. Die Misteltherapie ist erfolgreich verlaufen und alle seine Beschwerden sind wie von "Zauberhand" innerhalb von einer Woche verschwunden.
Dago macht einen vergnügten Eindruck und wir freuen uns sehr über diese Entwicklung. Was nun wirklich geholfen hat, wissen wir nicht. Für uns zählt der Erfolg und vor allem die Freude über seine Genesung. Er ist wirklich deutlich besser drauf und macht einen super Eindruck. Momo

Mit Momo war ich auch vor längerer Zeit bei einer Tierärztin. Dort hat eine Ultraschalluntersuchung ergeben, das sie nicht trächtig ist. Wir konnten jedoch einen Eierstock ausmachen, somit wird sie wieder läufig werden. Momo war sehr artig bei der Untersuchung und die Praxis war von ihr begeistert (ich natürlich auch:)).
Um diesem "Dago-Momo-Drama" rechtzeitig zu begegnen, werden wir sie sehr wahrscheinlich im Februar operieren lassen. Ich habe dann eine Woche Urlaub und entsprechend Zeit, um sie ausreichend versorgen zu können.

Anbei habe ich noch einige Fotos. Es ist mir nicht gelungen, beide Hund im Freien zu fotografieren. Entweder beide sind in unterschiedliche Richtungen gelaufen, oder sie haben demonstrativ weg geschaut.

Ganz liebe Grüße von uns allen!
Erika

Momo und Dago Momo und Dago




16. April 2011

Hallo Barbara,

nach längere Zeit möchte ich mich mal wieder kurz bei Dir melden.
Momo ist zwischenzeitlich erfolgreich von ihrem letzten Eierstock befreit worden. Es ist nicht zu glauben was ein so kleines Ding für einen Ärger machen kann. Sie hat die OP gut überstanden und war eine vorbildliche Patientin.

So ist wieder Ruhe bei uns eingekehrt und wir gewöhnen uns immer mehr aneinander. Momos Gezerre an der Leine wird weniger, worüber ich sehr froh bin. So werden unsere Spaziergänge wieder entspannter.

Nach wie vor unternimmt sie kleine Ausflüge in die nähere Umgehung, was wir nicht immer verhindern können. Sie entschwindet über die Wiese und kommt an der Hauptstraße zurück. Zum Glück immer auf der richtigen Seite :) puuhh.

Dago ist weiter gut drauf und beide Hunde sind für den Sommer gerüstet, wie man auf den Bildern sehen kann.

Momo schafft es immer mal wieder, ihn zum spielen zu animieren. So wird unser Senior tatsächlich nochmal jung.

Sei ganz herzlich gegrüßt.

Bis die Tage,
Erika

Momo und Dago Dago Momo
Dago Dago

zurueck