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7. März 2012

Mariù

Die kleine schwarze Hündin war gerade mal sieben Monate alt, als ihre Besitzer ihrer überdrüssig wurden und sie im Jahr 1998 in eine italienische Hundehölle abschoben. Ein Ort des Grauens, der normalerweise wohl ihre letzte Station vor dem Tod gewesen wäre, denn Hunde, die dort hinein kommen, haben ein One-way-Ticket - heraus kommen sie nie mehr. Das einzige, was in den Eingangsbüchern von dem Welpenmädchen verzeichnet wurde, war ihr Alter und der Name: Mariù. Aber es sollete sie für die nächsten zehn Jahre niemand mehr bei diesem Namen rufen.

Ob man es als Glück bezeichnen soll, dass die Institution, in der das sanfte Hundemädchen fast sein gesamtes Leben verbringen musste, so schreckliche Haltungsbedingungen für die Hunde aufwies, dass sogar die italienischen Behörden irgendwann eingriffen, und die Hunde konfiszierten??? Diese Art von Glück ist wohl mehr als zweifelhaft, brachte Mariù und vielen ihrer Leidensgenossen aber den Vorteil, dass sie nach langen Jahren des Martyriums endlich Tierschützern übergeben wurden, die ihre Aufgabe ernst nehmen und sich heute viel Mühe mit den überlebenden Hunden geben.
Mariu Mariu Mariu


Als Patricia, Mariùs heutige Pflegerin, das kleine Hundemädchen zum ersten Mal sah, saß sie versteckt und komplett verschüchtert in der äußersten Ecke des kleinen, vollständig verkoteten Geheges in der Hundehölle, das sie mit Jack dem Setter und der Hündin Miss teilte. Es gab kein Dach gegen die heiße Sonne im Sommer oder den Schneeregen im Winter, die Hundehütten waren nur noch zerbissene Fragmente und boten keinen Schutz. Nichts als Drahtwände teilten das Gehege von den anderen, ebenso kleinen und ebenso überbelegten Gehegen, die vollgepropft mit völlig gestressten und teils aggressiven Hunden Reihe an Reihe standen und ihren Gestank und den unerträglichen Frust des Daseins ihrer Insassen in der Umgebung verteilten.

Die kleine Mariù wehrte sich nicht, als sie hochgenommen und aus ihrem Verlies getragen wurde. Wer weiß, ob sie nicht dachte, dass ihr Ende nun doch gekommen sei? Auch in ihrem neuen Canile tat und tut sie sich bis heute ein wenig schwer. Es geht ihr nun zwar wesentlich besser als damals, aber sie gehört immer noch zu den Hunden, die still und demütig ihr Schicksal ertragen, nie etwas einfordern und sich kaum trauen, Freude über Menschen zu zeigen, die sie besuchen und sich um sie kümmern.

Dabei liebt sie es eigentlich, gestreichelt zu werden, sie mag das stille Beisammensein mit ihren Pflegern und fühlt sich in der Geborgenheit ihrer Nähe sichtlich wohl. Aber Mariù hat so nachhaltig gelernt, sich unsichtbar zu machen, dass sie sich bis heute mit allem begnügt, was ihr von außen angetragen wird. Noch niemand hat sie bellen gehört, ihr Schwanzwedeln ist bis heute verhalten und ganz klein - das Leben hat sie zu einer demütigen, stillen Hündin gemacht, bei der man das Gefühl hat, sie wartet immer noch angstvoll darauf, dass sie wieder zurück muss ... zurück in die Hundehölle.

Damit Mariù nicht länger mit dieser ewigen Angst leben muss, damit sie lernt, dass es Menschen gibt, die sie lieben und beschützen, damit sie zumindest noch eine kurze Zeit ihres Lebens erfährt, was es heißt, glücklich sein zu dürfen, wünschen wir uns für sie liebevolle Menschen, die ihr ein Zuhause schenken. Menschen, die sie mit viel Einfühlungsvermögen in ihrer Mitte aufnehmen, die ihr zeigen, dass die Welt auch schön sein kann, die ihr zum ersten Mal im Leben einen weichen Schlafplatz, Geborgenheit und Seelenfrieden schenken.

Mariù begnügt sich mit allem. Sie verträgt sich mit jedem. Und sie fordert nichts. Wir wissen, dass es irgendwo einen Platz für sie gibt, einen Platz inmitten einer Familie, die sie liebt und endlich glücklich macht. Wenn Sie diesen Platz haben, dann denken Sie bitte daran, dass Mariù nicht mehr ewig Zeit hat ...

Mariu Mariu



23. März 2012 Katzentest mit Mariù

Heute haben wir Mariù mit einer Katze zusammen gebracht. Wie erwartet geht die schüchterne Hündin zurückhaltend mit den Samtpfoten um und tritt lieber den Rückzug an, als sich auf eine Konfrontation einzulassen. Sie wird auch in einem neuen Zuhause mit Sicherheit gut mit Katzen zusammenleben können.


Mariù war für kurze Zeit in Italien auf einer Pflegestelle und hat sich dort in kürzester Zeit so etabliert, dass sie dort bleiben durfte.

Vermittelt im April 2012

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