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7. April 2011

Pit

Power auf vier Beinen

Pit Pit
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Pit war noch ein Welpe, als er nach Canalba kam. Dort traf er auf eine Hündin mit drei Welpenmädchen, die ihm sehr ähnlich sahen. Er wurde kurzerhand dazu gesteckt und wuchs fortan wie ein Bruder mit den Mädels Kim, Kora und Kendra auf. Lange Jahre lebten die vier schwarzen Perlen so zusammen und fühlten sich sehr wohl miteinander. Alle waren ausgesprochen verspielt, fröhlich und verschmust mit Menschen. Nach und nach fanden seine "Schwestern" aber ein Zuhause und Ende des Jahres 2010 war es auch für Pit endlich soweit: Er durfte in die Schweiz ausreisen und sollte dort seinen Sofaplatz fürs Leben bekommen.

Wochenlang ging auch alles gut. Er gewöhnte sich prima ein, war ein liebevoller und immer gut gelaunter Gefährte für sein Frauchen, lebte problemlos mit zwei Katzen zusammen und verlor langsam aber sicher seine Angst vor all dem Fremden, das er nicht kannte und das ihn nach all den Tierheimjahren in der großen weiten Welt erwartete. Pit spielte mit jedem Hund, vertrug sich sogar mit allen Rüden und entwickelte sich von Tag zu Tag mehr zu einem völlig unproblematischen Hundefreund, der sehr viel Freude bereitete.

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Dann kam es auf einem Spaziergang mit befreundeten Hunden zu einem tragischen Zwischenfall, den sich bis heute niemand erklären kann. Aber ein kleiner Chihuahua musste ihn mit dem Leben bezahlen, weil der wesentlich größere Pit bei einer kleinen Rangelei einmal an der falschen Stelle zubiss. Warum es geschah, bleibt ein Rätsel, denn ansonsten ist Pit immer und absolut verträglich mit allen anderen Hunden. Aber sein neues Frauchen hatte nun alles Vertrauen in ihn verloren und Pit musste wieder gehen.

Seitdem lebt er auf einer Pflegestelle in der Schweiz zwischen Pferden, Schafen, Ziegen, Katzen und sieben anderen großen und kleinen Hunden und beweist dort täglich wieder seine Freundlichkeit sowohl Menschen als auch allen Tieren gegenüber. Anfangs fiel dort auf, dass er kleinen Hunden gegenüber zeitweilig unsicher reagierte. Im Canile war er immer nur von mindestens gleichgroßen wenn nicht größeren Hunden umgeben, möglicherweise konnte er die kleineren Artgenossen einfach nicht richtig einschätzen. Sein Pflegefrauchen hat aber viel mit ihm und den kleinen Hunden geübt und mittlerweile läuft er nicht nur ganz selbstverständlich frei mit den Winzlingen zusammen auf dem Hof, sondern er kann auch auf Spaziergängen problemlos abgeleint werden. Pit hat gelernt, sich auch den Kleinen gegenüber souverän zu benehmen.

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Nun ist er soweit, ein neues und hoffentlich endgültiges Zuhause zu finden. Und das hat der menschenbezogene, wunderschön grau-schwarz melierte Rüde auch wirklich verdient. Er ist ein Powerpaket, das gern gefordert wird und sich einen Kullerkeks freut, wenn jemand sich mit ihm beschäftigt. Lange Spaziergänge sind sein Traum. Am Schönsten findet er, wenn er für etwas gelobt wird, das er richtig gemacht hat. Schmusen gehört zu seinen Leidenschaften, ebenso wie das Spiel mit seinen Menschen (oder auch anderen Hunden)

Überhaupt hält er sich am liebsten so nah wie möglich bei seiner Bezugsperson auf. Im Haus kann er ruhig sein und geduldig warten, mit den anderen Hunden bleibt er auch problemlos alleine. Draußen dreht er auf und möchte etwas unternehmen - er ist unbedingt ein Hund für aktive Menschen. Mittlerweile kennt Pit alle Grundkommandos, läuft sehr artig an der Leine, fährt Auto und ist überhaupt in jeder Hinsicht unproblematisch. Er entfernt sie nicht weit von seinen Menschen, hat keinen Jagdtrieb und kommt sofort, wenn man ihn ruft. Er muss deshalb so gut wie nie angeleint werden und gibt einen tollen Partner für lange Spaziergänge ab. Alles in allem ist er ein Traum von einem Hund, der nur noch ein wenig Nachholbedarf hat, weil er in all den Tierheimjahren kaum etwas kennengelernt hat.

Wer hat keine Angst vor seiner Vergangenheit und traut sich zu, diesen tollen Kerl auszulasten? Pit wird es mit lebenslanger, wildentschlossener Treue danken!


Pit hat sich über die Zeit in seiner Pflegestelle so unentbehrlich gemacht, dass er schlißlich dort bleiben durfte.
Er lebt nun in der Schweiz, in der Nähe des schönen Bodensees.


Vermittelt im März 2012


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