Argenta gehörte zu ca. 100 Hunden, die Zeit ihres Lebens in einer Institution gefangen gehalten waren und werden, die
sich "Privattierheim" nennt. Die Tiere dort sind mehr oder weniger stark unterernährt, alle sind stark verfloht,
viele schwer krank, oft von einer furchtbaren Dermatitis entstellt, ihre Zähne befinden sich häufig genug nahezu im Verwesungszustand
und die meisten von ihnen sind voller Bissnarben. Aber am schlimmsten ist, dass diese Hunde seit dem Jahr 2004 nicht mehr aus
den winzigen Boxen herausgekommen sind, in die sie damals gesperrt wurden. Einige dieser Hunde konnte Patricia mit ihrem Team
dort jetzt herausholen, u.a. Argenta.
Die sanfte Hündin hat es ganz besonders schlimm erwischt. Sensibel wie sie ist, hat sie extrem unter der katastrophalen
Behandlung dort gelitten und ist heute ausgesprochen verängstigt und depressiv. Sie hat noch nie Gras unter den Füßen gespürt, durfte
noch nie weiter als 3 m am Stück laufen, kennt seit langen Jahren keine streichelnden Hände mehr auf ihrem Körper. Nachdem sie in
Monte ankam, verkroch sie sich binnen Sekunden in der Hütte ihres neuen Geheges und kam nicht wieder heraus. Dort liegt sie tagein,
tagaus in demütiger Haltung und zeigt keinerlei Lebenszeichen. Wenn man sie in ihrer Ruhe stört, ist sie komplett geschockt und
versucht - den Schwanz unter den Körper geklemmt und in geduckter Haltung - sich im Fußboden zu verstecken. Nur nachts, wenn alles
ruhig ist, kommt sie vorsichtig heraus, um zu fressen und zu saufen.
Zwar kann man Argenta problemlos anfassen und streicheln, man kann sie auch hoch nehmen, aber es ist, als ob man sich mit einem
Stoffhund beschäftigt. Sie verharrt in ihrer Schockstarre und zeigt mit keinem Zucken der Wimpern, dass sie etwas davon merkt.
Ihre Angst gilt nicht nur Menschen sondern auch anderen Hunden, bei denen sie genauso scheu und demütig reagiert, wie bei Zweibeinern.
Argentas Zustand ist so extrem, dass sie noch nicht einmal vom Tierarzt behandelt werden konnte. Wir wissen, dass ihre Zähne sehr
schlecht sind, außerdem hat sie eine stark vergrößerte Brustwarze und einige offene Stellen an den Gliedmaßen, die von einer
Leck-Dermatitis herrühren. Ansonsten scheint sie, laut Aussage des Arztes, nach dem ersten Augenschein halbwegs gesund zu sein. Aber
bevor es ihr nicht besser geht, wird der TA sie nicht mit medizinischen Untersuchungen oder Behandlungen quälen, so dass wir noch
etwas länger auf genauere Aussagen über ihren Gesundheitszustand und auf Diagnosen werden warten müssen.
Für Argenta suchen wir schnellstmöglich einen Menschen, der Erfahrung im Umgang mit depressiven Hunden hat und weiß, was es bedeutet,
wenn ein Tier mit einem Deprivationssyndrom kämpft. Er braucht ausgesprochen viel Liebe, Verständnis, Geduld und alle Zeit der Welt,
denn wie sich Argentas Zustand entwickelt, wenn wir sie aus dem Canile heraus holen, ist nicht absehbar. Ein Haus mit eigenem
Grundstück ist ebenso Grundbedingung wie ein ritualisierter, ruhiger Tagesablauf, in dem Argenta Sicherheit finden kann. Ein
freundlicher, nicht aufdringlicher Hundefreund könnte ihr auf Dauer helfen, im Moment kann sie damit aber noch nichts anfangen.
Kinder gehen in ihrer Umgebung nicht, weil sie alles Laute und Hektische komplett verstört.
Wenn Sie Argenta helfen wollen, dann melden Sie sich gern. Aber stellen Sie sich den Umgang mit solch einem Hund nicht zu einfach
vor - er wird zumindest vorübergehend Ihr ganzes Leben mir seiner Angst bestimmen.
| Argenta |
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| Rasse | English Setter |
| Geboren | 2001 |
| Größe | ca. 55 cm |
| Kastriert | Ja. |
| Krankheiten | Leck-Dermatitis, sonst keine bekannt, gechipt, geimpft, bei Ausreise auf
Leishmaniose getestet. |
| Behinderungen | Keine. |
| Verträglich mit | Rüden, Hündinnen, Kindern eher nicht, wenn dann nur große, verständige.
Katzen nicht bekannt. |
Argenta hat ihren Menschen gefunden und ist in die Schweiz gezogen.
Vermittelt im August 2013