Als Bruschetta am 14. März 2013 in der Gegend von Orzinuovi - Brescia eingefangen wurde, war sie in einem katastrophalen
Zustand: klapperdürr und bis auf die Knochen abgemagert, fast ohne Fell auf Grund von Räudemilben und anderen Ektoparasiten,
verängstigt und unterwürfig, weil sie anscheinend früher geschlagen worden war. Wenn man ihr die Hand auf den Kopf legt,
senkt sie ihn sofort, zieht den Schwanz ein und wird unterwürfig. Es wird vermutet, dass sie einem der Jäger oder Bauern der
Gegend gehörte und entweder bei der Jagd weggelaufen ist oder ausgesetzt wurde. Ihrem Aussehen nach zu urteilen muss sie schon
einige Zeit unterwegs gewesen sein. Sie wurde aber nicht vermisst, niemand erkundigte sich im Tierheim nach ihr und niemand holte sie ab.
Nach ihrer Ankunft im Canile wurde bei Bruschetta als erstes ein Leishmaniosetest gemacht, weil man diese Krankheit hinter ihrem
schlechten Aussehen vermutete. Glücklicherweise fiel der negativ aus und auch der Test auf Filarien ergab einen negativen Titer.
Außer einer massiven Unterernährung und einem starken Milbenbefall, der sofort behandelt wurde, ist sie anscheinend gesund.
Nach dem ersten Augenschein wurde ihr Alter auf etwa acht Jahre geschätzt. Seitdem sie sich aber erholt hat, haben die Tierärzte
das Geburtsjahr auf ca. 2007 revidiert. Allerdings steht in ihrem Pass immer noch das höhere Alter drin, das anfangs angenommen
wurde.
Mittlerweile ist Bruschetta kastriert und langsam aber sicher verblassen die Zeichen ihrer katastrophalen Vergangenheit immer mehr. Sie
nimmt von Woche zu Woche ein klein wenig zu, das Haar wächst wieder und verliert sein strubbeliges Ausssehen, ihre
Schüchternheit weicht einer liebevollen Anhänglichkeit. Bruschetta wird heute als sehr liebe, ruhige, eher nachgiebige und immer
noch leicht unterwürfige Hündin beschrieben, die dankbar für alle Streicheleinheiten und leise Zuwendung ist. Menschen mag
sie sehr und dank ihres sanften Charakters dürfte sie auch mit Kindern gut auskommen (das wurde aber noch nicht getestet). Wie sie
auf Katzen reagiert, können wir allerdings nicht sagen und auch ob Bruschetta Jagdtrieb hat, ist nicht bekannt.
Mit anderen Hunden kommt Bruschetta dafür sehr gut aus. Egal ob mit Rüden oder Hündinnen. Nur wenn es Futter gibt, muss man
ein wenig auf sie achten, denn sie hat immer noch Angst, dass es nicht genug geben könnte und versucht gern mal, sich auch noch die
Reste der anderen Hunde einzuverleiben, wenn die nicht aufpassen. Das sollte aber besser werden, wenn sie ihre Defizite aufgeholt und
begriffen hat, dass in Zukunft immer genug für sie da sein wird.
Bruschetta wurde von einer italienischen Tierschützerin vorsorglich für eine Vermittlung ins Ausland reserviert, da die Chance
groß ist, dass sie in Italien wieder an einen Jäger abgegeben und dadurch in ein Leben zurück katapultiert wird, das nicht
besser ist als jenes, aus dem sie entkommen konnte. Jagdhunde haben in Italien bis heute meist ein furchtbares Dasein und werden an der
Grenze ihrer Existenz gehalten, weil sich hartnäckig das Gerücht behauptet, dass nur ein hungriger Hund auch gut jagt.
Da sie aber nicht mehr allzu lange reserviert im Canile bleiben kann, suchen wir für sie eine liebevolle, einfühlsame Familie,
die sie in ihrer Mitte aufnimmt und ihr all die schönen Dinge zeigt, auf die sie bisher verzichten musste. Sie sollten aktiv genug
sein, um Bruschettas Bewegungsfreude auszulasten und die Seele eines Hundes verstehen können, der eine Vergangenheit wie Bruschetta
hatte. Wenn sie dann noch gern mit ihrem Vierbeiner schmusen, sollten Sie mit der liebenswerten Hündin sehr glücklich werden.
Und Bruschetta auch mit Ihnen

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| Bruschetta |
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| Rasse | (Spinone Italiano?-)Mix |
| Geboren | ca. 2007 |
| Größe | 50 - 60 cm |
| Kastriert | Ja. |
| Krankheiten | Keine bekannt. Gechipt, geimpft, negativ auf Leishmaniose getestet. |
| Behinderungen | Keine. |
| Verträglich mit | Hündinnen, Rüden, Kindern, Katzen nicht bekannt. |
Bruschetta hat eine nette Familie in Düsseldorf um die Pfote gewickelt und durfte zu ihnen ziehen.
Vermittelt im Mai 2013