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11. November 2012

Kika

Ein Leben verrinnt

Kika war ungefähr ein Jahr alt, als sie in die Hundehölle eingeliefert wurde, die ihr lebenslanges Gefängnis werden sollte. Vermutlich war sie damals schon scheu und da sich nie jemand um sie gekümmert hat, konnte sie ihre Ängstlichkeit Menschen gegenüber auch nie mehr überwinden. Sie lebte unter den katastrophalsten Bedingungen in einem völlig verdreckten Gehege, bei schlechtem Wetter knöcheltief in Matsch und Kot, umgeben von Hunden, die ihren Frust in Aggressionen umsetzten und an den Schwächeren ausließen. So verlor sie auch ein Drittel ihres einen Ohres.

Kika

Ruhe, Sicherheit, Frieden - alles Dinge, die für andere Hunde selbstverständlich sind - hat Kika nie kennengelernt. Nur den Kampf um das nackte Überleben, den Hunger, wenn es mal wieder nichts zu fressen gab, den Durst und die immer gegenwärtige Angst, die das Leben aller Hunde in der Hundehölle bestimmte.

Als die Hundehölle im Jahr 2007 konfisziert wurde, besserte sich Kikas Leben etwas, aber erst im Jahr 2010, als sie in das neu gebaute Canile in Monte einziehen durfte, konnten sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen. Die Entbehrungen der vergangenen Jahre hatten sie allerdings gezeichnet. Ihre Zurückhaltung Menschen gegenüber konnte sie trotz viel Mühe und Liebe der Pfleger nicht mehr ablegen. Kika weicht einfach sanft aus, wenn Zweibeiner kommmen, komplett aggressionslos aber nicht mehr fähig, das Geschenk von Nähe und Geborgenheit anzunehmen. Mit anderen Hunden kommt sie dagegen prima klar, sie versteht sich mit jedem, weiß, wie man Ärger aus dem Weg geht und hilft in ihrer sanften Art denen, die selbst Angst haben.

Kika Kika Kika

Kika war schon immer ausgesprochen schlank, gewohnt, auf Futter zu verzichten, wenn es nichts gab oder wenn die anderen mal wieder stärker im Überlebenskampf gewesen waren und ihr alles weggefressen hatten. Seit November 2011 magert sie aber massiv ab und trotz ausreichend Futter wird sie immer dünner. Eine Ultraschall-Untersuchung brachte das traurige Ergebnis: Ein Tumor hatte sich in der Leberwand eingenistet und war bereits so groß, dass er vom Tierarzt als inoperabel eingestuft wurde.

Seitdem bekommt Kika Medikamente zum Entgiften und zur Unterstützung der Leberfunktion. Die Tierärzte hatten ihr noch maximal sechs Monate Lebenszeit gegeben, nachdem der Tumor entdeckt worden war. Darüber ist sie aber mittlerweile weit hinaus gewachsen. Sie lebt von winzigen 50g-Portionen Fleisch, die sie gerade noch verkraften kann. Ihr Körper ist nicht mehr in der Lage, die Nährstoffe ausreichend aufzunehmen, aber irgendwie hängt Kika am Leben und gibt nicht auf.

Am meisten genießt sie heute die warme Sonne, die sie streichelt und ihr das Leben schön macht. Schmerzen leidet Kika keine, aber das Leben rinnt aus ihr heraus wie aus einer undichten Sanduhr. Neben den warmen Sonnenbädern freut sie sich auf die Fütterungszeiten, besonders, wenn sie Ruhe hat und unbeobachtet die zarten Stückchen futtern kann, ohne darum kämpfen zu müssen.

Kika Kika

Kika erwartet nichts mehr von ihrem Dasein auf dieser Erde. Aber wir würden ihr gern auf den letzten Metern noch zeigen, dass das nächste Leben schöner sein kann und dass es etwas gibt, worauf sie ein Recht hat: Menschen, die sie lieben, leckeres Futter, weiche Hundebetten, Wärme, Liebe, Geborgenheit. All das, worauf sie in diesem Dasein verzichten musste.

Kika Kika

Um ihr dies zu zeigen, brauchen wir Sie: Menschen, denen das Schicksal von Hunden wie Kika nicht egal ist, sondern die es sich zur Aufgabe machen, dort zu helfen, wo andere versagt haben. Für Kika wünschen wir uns Paten, die ihr mit ein wenig finanzieller Zuwendung die Medikamente und Futterzusätze sichern, die ihr Leben erträglich machen, denn für das Tierheim sind diese Dinge fast unbezahlbar. Und vor allem Menschen, die ihr hier und da mit einem Geschenk zeigen, dass es jemanden gibt, der an sie denkt, dem es nicht egal ist, was andere Menschen ihr angetan haben und der ein klein wenig von dem wieder gut macht, was das Leben Kika geraubt hat: Liebe.

Helfen Sie Kika? Es ist nicht mehr für lange.

November 2012:

Außer für Sano ist Martina Bradford nun auch Patin von Kika. Sie wird sie künftig mit finanzieller Hilfe und mit Geschenkpaketen verwöhnen.
Kika wird beides sehr gut gebrauchen können.

Eva Ney und auch Claudia Sauerland schließen sich an und schicken Kika gelegentlich ein Päckchen.

Ganz herzlichen Dank dafür.


Kika
Kika
 
Rasse Mix
Geboren 1997
Größe ca. 60 cm
Kastriert Ja
Krankheiten Inoperabler Tumor an der Leberwand.
Behinderungen Keine.
Verträglich mit Rüden, Hündinnen, Kindern, Katzen nicht bekannt.


Kika hatte noch einmal Glück in ihrem Leben und konnte eine liebe Familie finden, die sie zu sich genommen hat.
Sie lebt nun in Münsingen-Trailfingen.


Vermittelt im Juni 2013

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