Montag, 16. September 2013: eine winzig kleine Hündin wird in Monte eingeliefert, abgemagert bis auf die Knochen,
dehydriert, ausgehungert, ohne jede Kraft. Und dazu uralt! Sie muss mindestens 2 Wochen allein unterwegs gewesen sein und
hätte die nächsten Tage nicht mehr überlebt. Ob sie verloren gegangen war oder ausgesetzt wurde wissen wir nicht, aber niemand
scheint sie zu vermissen, niemand fragt nach ihr.
Weil selten ein Tier so elend dran war, wie die stille, kleine Hündin bei ihrem Auffinden, bekam sie den Namen Misery. Denn auch
gesundheitlich ging es dem Hundemädchen sehr schlecht. Ihre Milchdrüsen waren voller Tumore und nach nur wenigen Tagen Erholung
musste sie operiert werden. Obwohl ihre Chancen schlecht standen und sie tagelang zwischen Leben und Tod schwebte, überstand sie
die OP und fing langsam an, sich zu erholen. Nach 14 Tagen stand sie endlich wieder auf und fraß das erste Mal selbstständig -
sie hatte es geschafft.
Mittlerweile erholt Misery sich von Tag zu Tag ein klein wenig mehr, aber glücklich ist sie im Canile nicht. Sie hat keinerlei
Probleme mit den anderen Hunden, aber die interessieren sie auch nicht wirklich. Wenn sie müde ist, legt sie sich gern direkt neben
die Großen, als würde sie dort Schutz suchen. Aber sobald sie wach ist, geht sie ihrer eigenen, leisen Wege.
Eigentlich möchte sie gern einen Menschen, an den sie sich anlehnen kann, aber den gibt es im Tierheim nicht - zumindest nicht
für sie allein. Vor allem aber hätte Misery so gern ein eigenes Zuhause, ohne den Stress und die Hektik, in denen sie zur Zeit
leben muss, mit weichen, warmen Kissen, auf denen sie liegen kann und mit Menschen, die sie lieben und beschützen. In Monte
fühlt sie sich verloren, sie kommt mit der Unruhe und der Lautstärke nicht klar, die den ganzen Tag dort herrschen. Man sieht ihr
richtig an, wie verloren sie sich fühlt wenn sie leise durch die Gänge des Bürogebäudes trippelt, in dem sie jetzt gemeinsam mit
den anderen alten und kranken Hunden leben darf.
Abgesehen von ihrem Untergewicht scheint Misery keine akuten Beschwerden zu haben. Sie hört und sieht nur noch sehr wenig, aber
ihre Nase funktioniert noch prächtig und hilft ihr, die Leckerli-gebenden Menschen schnell ausfindig zu machen ;-). Sicherlich
bringt sie altersbedingte Einschränkungen mit, aber seit der Operation der Milchleisten scheint sie keine akuten Erkrankungen
mehr zu haben.
Miserys Tage sind gezählt, keiner kann genau sagen, wie lange ihr noch bleibt. Sie hat es nicht verdient, die letzte Zeit ihres
Lebens todunglücklich sein zu müssen. Vielleicht gibt es ja irgendwo ein weiches, geborgenes Plätzchen für sie, wo sie zur Ruhe
kommen und wieder glücklich werden kann? Wenn Sie solch ein Plätzchen kennen, dann sagen sie schnell Bescheid. Damit es nicht zu spät ist.
Wir wären für Misery aber auch sehr froh, wenn sich Paten fänden, die sich bereit erklären, ihr mit einem kleinen, aber festen Betrag
pro Monat zur Seite zu stehen. Denn dann könnten wir das Hundemädchen auf eine Endpflegestelle holen, so dass sie ihre letzten Tage
in Liebe und Geborgenheit verbringen kann, statt einsam im Tierheim zu sterben. Wollen Sie ihr nicht helfen?
| Misery |
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| Rasse | Dackel-Mix |
| Geboren | ca. 1998 |
| Größe | ca. 25 cm |
| Kastriert | Ja. |
| Krankheiten | Keine bekannt, gechipt, geimpft, altersgemäß medizinisch versorgt. |
| Behinderungen | Seh- und höreingeschränkt. |
| Verträglich mit | Hündinnen, Rüden, Kindern wenn sie sehr verständig sind, Katzen nicht bekannt
aber vermutlich ja. |
Misery hat ihre Zelte dauerhaft in Berlin aufgeschlagen. Dort hat sie ihren Altersruhesitz bei einer
lieben Familie gefunden.
Vermittelt im November 2013