Banner

2. Dezember 2012

Paolo

Paolo Es war an einem nassen Novemberabend, als bei Patricia das Telefon klingelte. Ein "Herr" war am anderen Ende der Leitung, der gehört hatte, dass sie im Tierschutz tätig ist. Er war Jäger und hatte insgesamt 11 Hunde, die für nichts anderes da sind, als ihn einige Male im Herbst zur Jagd zu begleiten, ansonsten vegetieren sie im Zwinger vor sich hin. Unter ihnen befanden sich zwei junge Segugiorüden. Die beiden waren ihm zu ängstlich und "taugten" seiner Meinung nach nicht zur Jagd. Deshalb wollte er sie los werden. Der Mann setzte Patricia die Pistole auf die Brust: Entweder sie würde die Hunde sofort nehmen, oder er würde sie zum Tierarzt bringen und töten lassen. Er meinte es ernst. So kamen Paolo und Pietro zu uns.

Schon auf den ersten Blick konnte man den beiden ansehen, was sie bei dem Mann hatten erdulden müssen. Sie waren klapperdürr, als sie aus dem Wagen stiegen und jede Rippe stach ihnen einzeln aus dem Körper. Zu Fressen hatten sie mit Sicherheit nie genug gehabt. Schlimmer als der körperliche Zustand war allerdings ihr seelischer. Völlig verängstigt ließen die beiden alles über sich ergehen, was man mit ihnen machte. Nur sehr vorsichtig konnte man sie in den ersten Stunden dazu überreden, gestreichelt zu werden, immer sah man in den Augen ihre Angst vor der Hand, die sich nach ihnen ausstreckte. Sie waren ein Bild des Jammers, das einen um so mehr anrührten, als die beiden sich sanft wie zwei unschuldige kleine Kinder verhielten.

Paolo stellte sich im Laufe der ersten Tage als der Stabilere der beiden heraus. Er ist ein klein wenig sicherer als sein Freund Pietro und hat einen Hauch mehr Selbstbewusstsein. Aber er ist genauso sensibel und sanftmütig und liebt es sehr, geschmust zu werden. Er suchte schon bald freiwillig die Nähe der Pfleger, auch wenn man ihm seine Unsicherheit dabei noch deutlich anmerkt. Aber gestreichelt zu werden genießt er dann doch sehr und dafür überwindet er seine Scheu.

Da Segugios als Meutenhunde gezüchtet werden, ist ein einwandfreies Sozialverhalten eigentlich bei fast allen Vertretern dieser Rasse anzutreffen und auch Paolo ist ein Paradebeispiel seiner Zunft. Mit anderen Hunden ist er bestens verträglich. Er nähert sich stets freundlich und sucht den Kontakt. Im Moment ist ihm das Futter allerdings immer noch bei Weitem wichtiger, so dass andere Hunde in seinem Leben noch keinen großen Stellenwert haben. Aber das wird sich sicherlich noch ändern, wenn er seine größten Defizite aufgeholt hat und wieder zu einem normalen Leben übergehen kann.

Wie alle Segugio Italianos ist Paolo ein aktiver, sportlicher und ausgesprochen bewegungsfreudiger Laufhund, der gern körperlich ausgelastet werden möchte. Er besitzt ein freundliches Gemüt und sein intelligenter Kopf paart sich mit einem sanftmütigen Charakter. Das macht ihn zu einem wundervollen, sensiblen Freund und Gefährten, den man gern um sich hat. Paolo möchte für seinen Menschen da sein, mit ihm etwas tun, er möchte gefallen und alles richtig machen. Wenn er dafür geliebt und gelobt wird, ist er glücklich.

Paolo ist wie sein Freund Pietro ein wundervoller Hund von uraltem Adel, der seiner Familie unglaublich viel Zuneigung und Liebe zu bieten hat. Er wünscht sich als Gegenleistung aktive und fröhliche Menschen, die seine Vergangenheit verstehen und ihm helfen, sie hinter sich zu lassen. Geduld und Einfühlungsvermögen sollten Sie daher genauso mitbringen wie sehr viel Zeit zum Schmusen und Beisammensein. Wenn Sie dann noch aktiv sind und gern viel mit Ihrem Hund im Freien unternehmen, dann sind sie vielleicht genau der richtige Mensch, um diesen Ausnahmehund glücklich zu machen.

Warum sind Pietro und Paolo Notfälle?

Paolo und Pietro haben kein Recht, sich im Tierheim aufzuhalten, da sie keine Fundhunde sind, sondern ihr Besitzer bekannt ist. Sie bei ihm zu lassen, hätte aber ihren Tod bedeutet und das konnten wir nicht verantworten. Zur Zeit dürfen sie gegen Pensionsgebühr ein Gehege im Canile bewohnen, aber sobald der Platz für andere Hunde benötigt wird, müssen sie dort weg. Sie suchen daher dringend eigene Familien oder Pflegestellen, um in Sicherheit leben zu können.


Paolo Paolo Paolo Paolo Paolo Paolo Paolo



Januar 2013
Pietro und Paolo haben jetzt ihre ganz eigene Patin: Kirsten Hellmann. Sie beteiligt sich sozusagen an der Miete für die Unterkunft der beiden. Dafür unseren besten Dank!


Dezember 2012 Ein Patenpaket für Pietro und Paolo

Mitte Dezember haben Pietro und Paolo ein erstes Patenpaket von Silvia bekommen ... und das wurde zu einem Heidenfest!!! Paolo hat das Thema mit der Selbstbedienung sofort begriffen und reichlich zugelangt. Aber sogar der zaghafte Pietro nahm allen Mut zusammen und ließ uns staunen, als auch er mit immer mehr Freude in den Köstlichkeiten schwelgte.
Beide haben jede Sekunde des großen Schlemmens voll ausgekostet - es war eine Freude, ihnen dabei zuzusehen!

Pietro Pietro Pietro Paolo Pietro Paolo Paolo


13. Januar 2013 Auffällig ...

... an Paolo ist, dass er eine etwas instabile Stellung der Hinterhand hat. Das wird nun deutlicher, seit er vermehrt im Freilauf herumtobt. Es bereitet ihm überhaupt keine Probleme, er lahmt nicht, hüpft fröhlich herum und läuft viel und auch ganz normal. Aber es ist möglich, dass seine Hüfte nicht korrekt ausgebildet ist. Allerdings kann es auch auf seine mangelnde Muskulatur zurückzuführen sein.

Bisher wurde das Becken noch nicht untersucht, weil das bedeuten würde, ihn in Vollnarkose zu legen, um ihn röntgen zu können. Und er hat immer noch so viel aufzuholen, dass wir ihm das nicht ohne Grund antun wollen. Außerdem ist das Geld in Monte knapp und solange er keine Anzeichen von Schmerz zeigt, gibt es notwendigere Fälle, um die sich der Tierarzt kümmern muss.

Wir würden uns aber freuen, wenn Paolo Paten fände, die seine medizinische Versorgung unterstützen und ihm die Röntgenaufnahmen und somit eine genaue Diagnose ermöglichen. Denn nur, wenn wir sagen können, was die Stellung seiner Hinterhand bedingt, hat er auch eine ehrliche Chance auf Vermittlung.


Paolo
Paolo
 
Rasse Segugio Italiano
Geboren 5. Februar 2011
Größe 57 cm
Kastriert Nein, kann aber vor Ausreise kastriert werden.
Krankheiten keine bekannt, gechipt, geimpft, bei Ausreise auf Leishmaniose getestet.
Behinderungen Keine
Verträglich mit Rüden, Hündinnen, Kindern, Katzen nicht bekannt.


Paolo ist zum Eidgenossen geworden. Er hat seine Koffer gepackt und sich auf die Reise nach Kloten zu seiner eigenen Familie gemacht.

Vermittelt im Mai 2013

zurueck