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22. Januar 2014

Albi

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Albi - vergessenes Fellbündel voller Traurigkeit

Dieser Wuschel hat es in den 8 Jahren seines Lebens nicht gut getroffen. Als Welpe kam Albi zu einem Menschen, bei dem er statt Zuwendungen und Liebe nur Prügel, Tritte und Leid kennen lernte. Er wurde schon als kleiner Hund immer wieder schwer misshandelt, lernte Hunger, Durst, Verlassenheit, Dreck und Schmutz, extreme Hitze und lähmende Kälte kennen, aber keine Liebe, keine Zuwendung oder Geborgenheit. Er begriff nicht, womit er es verdient hatte, all dies zu durchleiden, obwohl er doch nur gestreichelt und liebkost werden wollte wie jeder Welpe - es war für ihn die Hölle auf Erden.

Als Albi zwei Jahre alt war wurden die Misshandlungen den Behörden bekannt und das Veterinäramt beschlagnahmte ihn, um diesen Mißstand zu beenden. Er kam in ein kleines Tierheim. Dort ging es ihm gemessen an früher gut, aber er bekam kaum Zuwendung, da es einfach an Zeit und Helfern fehlt, die ihm so grundlegende Dinge wie Zuwendung, Spazierengehen, Spielen und auch Kuscheln hätten zeigen können. Da Albi immer noch sehr verschüchtert war, hat man einfach seinen Zwinger geöffnet und es ihm überlassen, ob er ihn verlassen wollte oder nicht. Es dauerte aber Jahre, bis er so viel Vertrauen in seine neue Umgebung gefasst hatte, dass er freiwillig aus seiner Hütte hervor kam und den Platz davor erkundet hat.

Trotz seiner großen Angst, die er auch jetzt noch vor Fremden zeigt, ist Albi nie aggressiv. Nie hat er mit Schnappen reagiert, wenn er sich greifen und Behandlungen über sich ergehen lassen musste. Er zittert dann zwar am ganzen Leib, bleibt aber immer unterwürfig und lieb. Wenn man sich mit ihm beschäftigt, öffnet er sich langsam den Menschen, kommt dann vorsichtig an und möchte gestreichelt werden. Seine Pflegerin kann ihn mittlerweile sogar unter dem Bauch kraulen, während er auf dem Rücken liegt.

Es ist noch nicht lange her, dass der traurige Kerl Tierschützern auffiel, die begonnen hatten, sich um die Hunde des kleinen Tierheims zu kümmern. Denn Albi ist wirklich ein sehr hübscher Junge, wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann. Für einen Friseurbesuch ist er leider noch zu schüchtern, aber mit gepflegter Haarpracht wird er einfach wunderschön sein.

Leider stellte man vor Kurzem fest, dass er - neben einer Eintrübung des einen Auges (vermutlich beginnender grauer Star) - unter seinen Fellbergen einen fortgeschrittenen Tumor an der Lippe hatte und außerdem unter einer schlimmen Ohrentzündung auf beiden Seiten litt. Um ihn behandeln zu können wurde er an diesen Stellen rasiert, was ihn zur Zeit etwas zerrupft und traurig aussehen lässt. Denn wer mag es schon gern, sich als gestandener Hundemann die Ohren und die Schnauze kahl rasieren zu lassen!? Aber er hat die OP gut überstanden und alle hoffen nun, dass es auch rechtzeitig genug war und alles gut verheilt... Um sein Fell machen wir uns dabei die wenigsten Sorgen: es wird bald wieder nachgewachsen sein und in neuer Pracht erstrahlen.

Albi lebt in seinem Zwinger mit Hündinnen zusammen, mit denen er sich rundherum gut versteht. Bei Rüden entscheidet eher die Sympathie, aber auch hier kommt er mit vielen klar. Er ist nicht der Typ, der von sich aus angreift.

Der sanfte und noch sehr zurückhaltende Hundebub wäre sehr glücklich, wenn es für ihn irgendwo ein behütetes Plätzchen geben würde, damit er endlich lernen kann, dass es Menschen gibt, die ihn so lieben wie er ist: ein etwas zu groß geratenes, schüchternes Wuscheltier, das bisher nie erfahren durfte, was es heißt, ein eigenes Zuhause zu haben und geliebt zu werden.

Wir suchen für ihn deshalb eine Familie mit viel Zeit, Liebe, Erfahrung und noch mehr Geduld, denn Albi muss erst alles lernen, was andere Hunde in seinem Alter schon können. Ein Haus mit eigenem Grundstück ist Bedingung für seine Vermittlung, denn er ist nicht nur groß, sondern braucht anfangs auch die Sicherheit eines gut umzäunten, eigenen Geländes, das er nicht verlassen muss, bis er sich besser in seiner neuen Freiheit auskennt. Und er braucht die volle, liebevolle Unterstützung seiner Menschen, damit er seine Vergangenheit endlich vergessen kann.


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Albi
Albi
 
Rasse (Briard?-) Mix
Geboren 2006
Größe ca. 60 - 65 cm
Kastriert Noch nicht bekannt.
Krankheiten Operierter Tumor an den Lippen, chronische Ohrenentzündungen auf beiden Seiten, grauer Star auf einem Auge, gechipt, geimpft, bei Ausreise auf die vorkommenden Mittelmeerkrankheiten getestet.
Behinderungen Keine.
Verträglich mit Hündinnen, Rüden nur bei Sympathie, Kindern nur wenn sie groß und verständig sind, Katzen nicht bekannt.



Albi durfte nach Baldham bei München zu einer lieben Familie ziehen. Dort darf er nun zur Ruhe kommen.

Vermittelt im April 2014

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