Nach einem ganzen
Leben in Gefangenschaft hatte das Schicksal mit Karen doch noch
ein Einsehen. Sie hat eine liebe Familie in Berlin gefunden. Doch lesen Sie selbst...
8. Januar 2011
Liebe Frau Peter,
also, Karen macht das alles prima hier. Sie ist etwas ängstlich mit anderen Hunden,
aber die Autos und der sonstige Stadtlärm scheinen sie wenig zu beeindrucken.
Sie geht natürlich über Tische und Bänke und ist teilweise noch unruhig, aber alles
im erträglichen Rahmen. Sie ist super verschmust und geht toll an der Leine.
Sie findet übrigens Dirk total toll. Darüber bin ich echt froh, ich habe ja schon
einen Muttihund. ;-)
Viele liebe Grüße,
Kerstin S.
10. Januar 2011
Liebe Frau Peter,
der kleinen Maus geht es gut, wie es aussieht.
Sie kommt sofort Sturmschmusen, wenn man die Kamera zückt. Ein paar Schnappschüsse
kann ich Ihnen aber trotzdem schicken.
Endlich haben wir einen Schmusehund. Berta ist mit ihr fast wie mit mit unserer
verstorbenen Fricka. Sie
gehen ohne Probleme aneinander vorbei (das macht Berta nicht bei jedem Hund so) und
wenn ich in der Küche hantiere, stehen beide nebeneinander und betteln, als hätten
sie nie was anderes gemacht.
Sie himmelt Dirk an und will alles richtig machen. Gut, dass wir
eher ruhige Zeitgenossen sind, ich glaube, bei lauten Menschen würde sie sich ins
hinterste Eck verkriechen. Allerdings nur, wenn man als Mensch etwas lauter wird –
da ist sie sensibel, ansonsten ist sie absolut abgebrüht. Gestern ist mir eine Gabel
aus der Hand gerutscht und auf den Tisch geknallt, genau vor ihrer Schnute. Die hat
nicht mal mit der Wimper gezuckt. Von Fricka hätte ich da anfangs nur noch eine
Staubwolke gesehen.
Sie ist auch echt witzig - immer noch gepaart mit ein wenig Unsicherheit. Oder
Unterwürfigkeit? Ich kann das nicht so recht deuten.
Heute morgen habe ich sie ins Körbchen geschickt, um in Ruhe und ohne nassen Bart
auf dem Schoß frühstücken zu können. Sie ist natürlich noch ein paar Mal
rausgekommen, aber immer wenn ich sie zurückgeschickt habe, ist sie mit einem
Hechtsprung ins Körbchen zurückgesprungen, und zwar gleich vom Sprung in die
Einkugelstellung. Sehr dynamisch. Das ist echt zum Piepen, wie die sich gleich
hinschmeißt.
Das hat sie am ersten Abend auch mit dem Bett versucht, Hechtsprung rein und dann
gleich hinschmeißen, damit man möglichst wenig Angriffsfläche hat, um sie wieder
hinauszubefördern ;-).
Also die Schmuserei und diese schnellen Bewegungen, das ist etwas, was ich von
meinen Hunden überhaupt nicht kenne, außer von einigen Pflegehunden.
Finde ich aber gut, ich muss mich nur dran gewöhnen. ;-)
Ach ja, das Fischtrockenfutter von Wolfsblut findet sie doof, aber vermischt mit
zwei Löffeln Terra Canis frisst sie es gerne. Meinen Plan mit der einen
Proteinquelle hat sie also durchkreuzt. Bisher gibt es aber keine Probleme.
Schön wäre es nur, wenn sie verstehen würde, dass man draußen pullert und drinnen
eher nicht. :D
Momentan ist alles viel zu aufregend, überall riecht es interessant und lauter Vögel
hüpfen vor ihrer Nase herum. Aber das kenne ich ja schon, und sie wäre der erste
Hund, der das nicht lernt.
Die Sonne scheint so schön und wir werden gleich noch mal einen Spaziergang machen.
Nachher muss sie eine dreiviertel Stunde alleine bleiben, aber ich denke, das packt
sie.
Sie heißt jetzt übrigens
Alma!
Liebe Grüße aus Berlin von Kerstin, Berta und Alma
18. Januar 2011: Karen lebt sich ein
Hallo Frau Peter,
Alma hat sich schon gut eingelebt.
Unsicherheit, Unterwürfigkeit, Unruhe?? Diese
ganzen "UNs" sind bereits Schnee von gestern!
Aber wir lassen es trotzdem ruhig angehen. Das Wetter verleitet auch eher zu
ausgiebigen Schmusestunden als zu aufregenden Spaziergängen.
Sie saugt alles an Liebe auf, was sie kriegen kann.
Anbei noch ein paar Bildchen. Auf dem ersten Bild überwacht sie meine Arbeit, ich
arbeite ja vormittags zuhause. Auf dem letzten Bild hat sich sich nach einem
Matsch-Spaziergang einen ganz besonders gemütlichen Liegeplatz ausgesucht - die
schmuddelige Fußmatte.
Viele Grüße,
Kerstin, Berta und Alma
28. Februar 2011: Karens - Almas neue Freiheit

Liebe Frau Peter,
da das Wetter nun tatsächlich besser ist, kommen hier endlich die versprochen
"Draußen"-Bilder von Alma.
Wir haben gestern einen wunderschönen Sonnenspaziergang auf den Feldern südlich von
Berlin gemacht. Es war eine recht große Truppe von Hunden, aber für Alma war das
kein Problem. Sie fühlt sich auch mittendrin wohl.
Sie ist genauso wie Berta und Fricka ein Hund, mit dem man absolut stressfrei
spazierengehen kann. Sie geht wohl mal nach rechts und links ein bisschen stöbern,
achtet aber ganz toll darauf, den Anschluss nicht zu verlieren. Sie interessiert
sich schon für die Vögelchen, schaut ihnen aber eher nach, als hinterherzurennen.
Ich glaube, sie weiß, dass sie sie sowieso nicht kriegen würde. Sie ist ziemlich
schlau.
Als wir zur Wasserstelle kamen, ist sie sofort planschen gegangen. "Baden" oder gar
"schwimmen" kann man das eigentlich nicht nennen, "planschen" trifft
es schon ganz gut.
Danach hat sie ihre "5 Minuten" bekommen - siehe letztes Bild.
Ich kann es nicht oft genug betonen - Alma ist einfach nur toll!
Vielen Dank an Sie
und an unsere italienischen Freunde, die sich so viel Mühe mit den Hunden geben.
Viele Grüße aus Berlin,
Kerstin S.


Neuigkeiten vom 1. Juni 2011
Liebe Frau Peter,
Alma geht es großartig, was ich daran merke, dass die Dame langsam frech
(= immer sicherer) wird. Allerdings ist frech bei einem Hund wie Alma immer
noch sehr, sehr nett.
Eigentlich ist sie auch gar nicht frech, sie hat mich
nur heute morgen ausgetrickst, um an ein Stück Brötchen auf der Straße
zu kommen. ;)
Wir sind überglücklich mit ihr!
Anbei mal ein aktuelles Foto von Alma, dem tollsten Hund der Welt.
Liebe Grüße,
Kerstin S.
Was ist denn da draußen los?
"Erika"
Ich komme!
20. Juni 2011
Liebe Frau Peter,
nun mal wieder ein paar News von Alma. Ich habe schon mehrmals einen Text verfasst,
ihn aber immer wieder gelöscht, weil alles, was ich über Alma sagen kann, ziemlich
schnulzig klingt. ;)
Aber es geht nicht anders, ich kann nur schwärmen. Das Leben mit Alma ist einfach
nur schön.
Wir sind seit Ostern viel in unserem Garten, dort hat sie 2000 m² für sich und nutzt
diese auch gerne. Der Garten bräuchte gar nicht mal eingezäunt zu sein, sie will
immer beim Rudel sein. Sie liegt gerne im Rasen und beobachtet große und kleine
Flugtiere, langweilig scheint ihr das nicht zu werden. Mal in der Sonne, mal im
Schatten - aber immer gucken, was da so kreucht und fleucht.
Und immer schön die Vorderbeine über Kreuz - sie hat sich damit bei meinen Brüdern
schon den Spitznamen "Erika" eingehandelt (von Erika Berger).
Wenn wir auf dem Feld sind, hat sie immer zu tun, immer einen Auftrag. Sie hält
dabei aber brav einen fair ausgehandelten Höchstabstand ein. Es ist wirklich denkbar
einfach mit ihr, mir tun alle Menschen leid, die monate- oder jahrelang mit ihren
Jagdhunden das üben müssen, was Alma einfach kann.
Sie braucht nichtmal mehr das Geschirr, läuft eigentlich nur noch mit Halsband.
Das Flur-Bild zeigt, dass die Damen mäßig begeistert sind, dass Frauchen die
Sommerhütte ohne sie verlassen hat.
Und das Bild mit den beiden in der Küche ist deshalb bemerkenswert, weil Berta sich
zu Alma gelegt hat, die schon vorher dort lag. Das hat sie noch nie freiwillig bei
einem Hund gemacht!
Von Almas Futtermittelunverträglichkeit ist übrigens nichts zu bemerken. Sie bekommt
hier frisches Futter und Terra Canis - mal so mal so. Sie mag beides gleich gern und
hat überhaupt keine Probleme damit.
Habe ich eigentlich schon mal geschrieben, dass Alma jeden Tag einen Spiel-Anfall
bekommt, und zwar vollkommen verrückt? Sie hat mir dabei auch schon ein winziges
Stück Zahn ausgeschlagen, aber was soll´s - ich war selbst schuld und habe ja auch
noch genug Zähne. ;)
Ganz liebe Grüße von zwei glücklichen Hundebesitzern und zwei hoffentlich ebenso
glücklichen Hunden!
Kerstin, Dirk, Berta und Alma


23. Dezember 2011: Frohe Weihnachten!

Liebe Frau Peter,
wir wünschen Ihnen und dem adopTiere-Team ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins
neue Jahr!
Wir sollen allen von Alma einen dicken Hundeknutscher schicken. Sie hat ihr
Weihnachtsgeschenk schon gerochen und steht jetzt immer fragend vor dem
Küchenschrank, in dem wir es versteckt haben (offensichtlich vergeblich). :)
Liebe Grüße von
Kerstin, Dirk, Berta und Alma

25. Mai 2012
Hallo Barbara,
ich soll sommerliche Grüße von Alma ausrichten. Sie freut sich zwar über
das schöne Wetter, aber nicht über die hohen Temperaturen. Sie sagt, sie
sei eigentlich nach Deutschland ausgewandert, weil es hier so schön kalt
sein soll! Sie hat sich auf Wohlfühl-Temperaturen um -10° C eingestellt!
Und der letzte Sommer war ja auch wirklich schön frisch.
Aber sie löst das Wärme-Problem so: Nach einer halben Stunde auf dem Feld
reicht es, dann setzt sie sich an den Wegesrand oder legt sich gemütlich
hin. Das ist dann das Zeichen für uns, so langsam mal umzukehren.
Zuhause geht es dann ab ins Planschbecken, schön mit den Beinen über
Kreuz, was man auf dem Bild leider nicht sieht. So liegt sie dann eine
Weile und macht gar nix. Richtig so!
Und dann geht es natürlich nass und mit Tümpelgeruch versehen in unsere
Sommerhütte ins Bett - in meins, wohlgemerkt!
Die Dame weiß, wie man es sich gutgehen lässt. Na, sie hat es auch mehr
als verdient.
Liebe Grüße von Kerstin,
Berta und Alma (oder "Frau Professor", wie
unsere Tierärztin sie nennt. Alma schaut nämlich immer sehr gebildet!)
17. August 2012: Alma, der Tröstehund
Liebe Barbara,
Almas beste Freundin ist gestern abend gestorben. Im Anhang das letzte Bild
von Berta (da lebte sie noch), und schau mal, wie lieb Alma sich zu ihr
gelegt hat, an ihr Krankenlager.
Ich muss dazu sagen, dass die beiden keine Kuschelhunde sind, die lagen nie
zusammen, schon gar nicht haben sie sich extra nebeneinander gelegt. Aber
in den letzten Tagen lag Alma viel bei Berta.
Und sie hat sich nicht nur in die Sonne gelegt, auch wenn es so aussieht,
die Sonne kam erst später dazu. Sie ist so ein lieber Hund, meine Alma.
Liebe Grüße,
Kerstin und Alma
30. August 2012
Für alles, was war - Danke!
Zu allem, was sein wird - Ja!
Dag Hammerskjöld
Am 23. August vormittags - also nicht mal eine Woche nach Berta - ist auch Alma gestorben.
Sie wurde krank, einen Tag, nachdem Berta nicht mehr laufen konnte. Wie sich herausstellte, hatte
sie einen Lebertumor, ihre Leber war schon völlig zerfressen. Wir konnten nichts mehr für sie tun.
Der Abschiedsschmerz war und ist fast unterträglich, sie war so ein lieber und gutmütiger Hund.
Jeder, der sie kennenlernen durfte, hat sie geliebt. Und viele Menschen trauern nun um sie.
Auch wenn sie viel zu früh gegangen ist, sind wir unendlich dankbar, dass sie bei uns war. Jeder Tag
mit Alma war ein Geschenk!
Jemand hat anlässlich des Todes meiner beiden Mäuse ein Gedicht für mich geschrieben. Es ist so
schön und hat mich sehr gerührt.
Gebraucht -
Hunde kommen immer wieder in dein Leben,
du polierst sie auf, gibst ihnen Würde zurück
und dann begleiten sie dich ein Stück,
um dann irgendwann wieder hinfort zu schweben.
Da wo die Seele rebelliert,
hast du die Kratzer poliert,
du küsst den Schmerz fort,
in deinen Armen ist ihr sicherer Ort.
Du streichelst stumpfes, altes Fell,
glanzlose Augen leuchten wieder hell.
Es erwacht ihr Lebensmut,
das tut den alten Wunden so gut.
Die Hoffnung gibst du ihnen zurück,
sie sind kein ausrangiertes altes Stück
und zu nichts mehr zu gebrauchen ...
Und so schön aufpoliert,
im Herzen mit Liebe graviert,
gehen sie den letzten Weg,
voll Kraft über den Steg,
sieh hin, sie können ihn wieder laufen!
Du hast dein Ziel erreicht,
denn schau, wie aufrecht sie gehen,
von gebraucht nichts mehr zu sehen,
die Seele blütenweiß und nicht mehr schwarz vor Gram,
wer auch immer ihnen vorher die Hoffnung nahm.
Du gabst ihnen deine Energie
und sie sind so schön, wie nie,
nicht mehr gebraucht und zweite Hand
Alma und Berta hast du sie genannt.
Schau ihnen nun hinterher,
es folgt ihnen ein Tränenmeer,
sie öffneten so viele fremde Herzen
und nun brennen für sie warm die Kerzen.
Astrid Schmiemann