Oreste hat fast seine gesamte Lebenszeit in einer italienischen
Hundehölle verbracht.
Aber dann ging es steil bergauf mit ihm und er darf nun für den Rest seines Lebens auf der schönen Insel Usedom am
Zinnowitzer Strand spazieren gehen.

28. Februar 2012: Oreste ist daheim
Liebe Tierfreunde,
nun ist der kleine Italiener endlich, leider erst während
seines Lebensabends, in seinem Zuhause angekommen.
Es ist nicht zu fassen, dass Oreste, den wir nun
Anton nennen, noch nie seine eigene Familie hatte.
Er ist so ein Goldschatz, sehr vorsichtig und
unheimlich lieb. Er passt wunderbar zu meiner Anni,
die nicht bedrängt werden mag und lieber selbst nur
ein bisschen vorsichtig schnüffelt, dann aber wieder
ihrer Wege geht.
Anton begrüßt sich im Spiegel und in den
Terrassenfenstern mit einem leisen wuff-wuff selbst.
Auch wenn es ihm nicht so leicht fällt aufzustehen,
kann er sogar ein bisschen rennen, womit ich gar
nicht rechnete. Nicht weit, ok, aber er hat so eine
Lebensfreude, dass er manchmal auf einmal losrennt -
so auch, wenn meine Mitarbeiterin ihr Frühstück auspackt
:-).
Taub ist er sicherlich nicht: Es scheint eher, dass
er total abschaltet, wie es alte Menschen auch
manchmal tun. Aber wenn man eine Dose öffnet oder
mit Töpfen klappert, öffnet er sofort die Augen und
hebt den Kopf. Er hört eben nur das, was ihn
interessiert, schlaues Kerlchen.
Nun versuche ich, ihn etwas mehr zu mobilisieren.
Außer Pippi im Garten, gehe ich mit ihm morgens und
abends eine Viertelstunde um die Häuser. Noch geht
er am liebsten auf Asphalt, weil er manchmal etwas
wackelig ist - außer komischerweise beim schnell
gehen oder rennen.
Ich bin froh, ihn zu mir genommen zu haben. 13 Jahre
lang musste er warten, was hätte dieser immer noch
hübsche Kerl für ein Leben haben, wenn er anders
hätte aufwachsen können. Das macht mich immer noch
traurig.
Aber nun gilt es, ihm in den letzten Monaten oder
vielleicht auch Jahren alles zu geben, was er in
seinem bisherigen Leben vermissen musste.
Herzliche Grüße
Stephanie S. mit Anni und Anton

Das Mädchen eignet sich wunderbar als Kopfkissen

Anni und Anton im ihrem Lotterbett
Neuigkeiten vom 12. April 2012
Liebes Team von adopTiere e. V.,
nach 6 Wochen gemeinsamer Zeit mit Anton sende ich Ihnen einige aktuelle Bilder.
Es ist nicht so, dass Anton immer nur schläft, aber es ist natürlich nicht so einfach, mit zwei Hunden an der Leine
unterwegs Bilder zu schießen.
Ich denke, er fühlt sich sehr wohl und genießt vor allen Dingen die Aufmerksamkeit, die er nun erfährt. Manchmal sticht
ihn der Hafer und er springt wie ein Fohlen umher. Das ist in seinem Alter zum Piepen. Leider war es mir noch nicht möglich,
ihn dabei zu filmen, weil dies ganz unvorhersehbar in ihn fährt. Aber vielleicht gelingt es mir ja noch. Ich würde es
Ihnen so gern zeigen.
Meine Schwester hat ihn auch sehr ins Herz geschlossen und meckert immer mit Anni, wenn sie sich vordrängelt.
In ihr hat er eine sehr energische Beschützerin. Bei Schwester und Schwager ist er oft abends und genießt dort weitere
Streicheleinheiten und "Extra-Würste".
Die Niesanfälle und Schnoddernase sind vorbei, wahrscheinlich hat die frische Luft bereits gewirkt.
Die Küche ist sein Lieblingsort. Wenn gekocht wird, muss man aufpassen, dass er nicht den Kopf in den Backofen steckt.
Er kennt keine Gefahren, daran muss man denken. Auch in Bezug auf Autos etc.

Mittagsschläfchen im Bürobett
Leider habe ich für
mich dort keines stehen ;-).

Anton bei der Arbeit mit meiner Mitarbeiterin Kerstin
Es gibt bereits kleine Erfolge in der Standsicherheit: So kann er mittlerweile auch
das rechte Bein heben und pinkelt gar nicht mehr wie ein Welpe im Stehen.
Im Hundesalon waren wir auch schon. Die restlichen Verfilzungen wurden herausgekämmt, die Krallen geschnitten
und die Ohren gesäubert. Das liebt er übrigens: Er grunzt währenddessen wie ein Schweinchen.

Die Karawane zieht weiter...
Langsam wird er sicherer im unebenen Gelände.
Zunächst ist er immer nur hinterher getrottet, jetzt fängt er an, sich für alles Neue zu interessieren.
"Seinem" ersten Pferd hat er hinterhergeschaut, bis es nicht mehr zu sehen war.
Er kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Und hier bin ich nun Zuhause
Ohne Euch von adopTiere wäre das nicht möglich gewesen - herzlichen Dank!!!
Euer Anton (Oreste) mit Stephanie und Anni
30. Mai 2013: Opi Anton genießt
Hallo Frau Loose,
Opi geht es sehr gut.
Er ist viel aufmerksamer geworden. Anton ist auf dem Foto nämlich draußen, und ich fotografiere durch das Küchenfenster,
nachdem er mich entdeckt hat.
Er ist stets freundlich schwanzwedelnd, unheimlich neugierig, kontrolliert alles, wenn mein Schwager werkelt,
legt sich immer zu uns, wo immer wir sitzen, ein absolutes Herzchen.
Immer wieder Schnüffel-Nasen vom Tierschutz!
Herzliche Grüße
Stephanie S. mit Anni & Anton
von der Insel Usedom
Grüße vom 22. September 2013
Liebe Frau von Schlichting,
wir haben Oreste im Februar 2012 (13jährig) bei uns aufgenommen - er
ist ein absoluter Sonnenschein.
Außer dass er physisch auf Grund fehlender Muskulatur in den
Hinterläufen (ähneln eher Hähnchenschenkeln) etwas klapprig ist,
wird er psychisch immer jünger.
Er versucht zu toben, setzt mittlerweile seinen Dickkopf durch, ist aufmerksam und liebt es, in
der Küche beim Kochen zuzuschauen.
Herzliche Grüße
Stephanie S. mit Anni & Anton (Oreste)
4. Februar 2014: Abschied von Oreste
Liebe Frau Loose,
heute hat er noch einmal die Sonne auf seinem Fell gespürt.
Wir sind unendlich traurig. Anton war der hübscheste Hundeopa auf Usedom, immer lieb, aber auch ein
Schlitzohr mit einem Dickkopf. Sonst hätte er sein früheres Martyrium wohl auch nicht überlebt.
Fast 2 Jahre war er bei uns. Er wäre wohl in diesem Jahr 16 geworden.
Der einzige Trost ist, dass andere Hunde, die es immer gut hatten, auch nicht unbedingt älter werden.
Aber wie alt hätte er wohl werden können, wenn er es früher besser gehabt hätte?
Nun mussten wir unseren alten kleinen Hundemann, unseren Liebling, gehen lassen.
Traurige Grüße
Stephanie S.