Sinia hat den Sprung in ihr eigenes Leben geschafft!
Durch ihre Pflegestelle gut gerüstet für den Alltag, hat das sanfte Hundemädchen nun ihre
eigene Familie gefunden und ist in die Nähe von Dortmund gezogen.
Wir haben Sinias
traurige Vorgeschichte für Sie dokumentiert.
28. März 2013: Sinias erste Tage
Hallo Tanja,
hier kommt die erste Rückmeldung aus Sinias neuem Zuhause!
Wir haben Sinia, die bei uns jetzt kurz
Sina heißt, am Dienstag abgeholt, vorher
mit Inga und allen Hunden noch eine schöne Runde gedreht.
Beim Heimkommen zeigte sich, wie prima die Idee von Inga gewesen war, uns mit Sina
hier zu besuchen – sie war zwar verschüchtert, aber nicht verängstigt, flitzte erstmal etwas
hin und her, aber fand dann gaaanz schnell den Weg auf die mit ihrer Decke belegten Couch.
Natürlich war alles aufregend für sie, umso herzlicher gelacht haben wir, als wir sie mit ins
Schlafzimmer nahmen: schwupps, saß sie im Bett! Und da blieb sie auch die ganze Nacht, eng an
uns gekuschelt – das schien ihr wohl sicherer als ihr Körbchen.
Am nächsten Morgen wollte sie kaum rauskrabbeln, zitterte wie Espenlaub, aber mit ein paar
lieben Worten und einem flotten Griff ins Geschirr ging es dann problemlos, prompt ließ das Zittern
nach. Es folgte der erste und für sie sicher total abenteuerliche Tag, erster Spaziergang
(auf einer Runde, die wir bei Ingas Besuch schon gelaufen waren). Alles klappte problemlos.
Beim Versteckenspielen hinterm Baum kam sie schon ganz fröhlich auf mich zugelaufen.
Sina war gestern abend so entspannt auf der Couch, ich konnte sogar die Dreckbatzen vom Spaziergang
vorsichtig aus den Pfoten puhlen. Ich hab ihr gesagt: ""Mädken, wenn du im
Bett poofen willst, musste saubere Pattken haben!""
Tja, vielleicht hat das gewirkt?
Futter bekommt sie erstmal aus meiner Hand. Das behalte ich die nächsten Tage bei. So lernen wir
uns schön kennen, und sie verliert die Scheu. Nebenbei bekommt sie eine Schüssler-Salze-Kur für
ängstliche Hunde, "„versüßt"“ mit etwas Leberwurst – danach leckt sie mir natürlich
jeden Finger einzeln ab, grins.
Die "„Hundesprache"“ begeistert mich mittlerweile völlig! Ob ich mir die Lippen lecke,
mich von ihr wegdrehe (und dann kommt sie auf mich zu!), gähne oder ähnliches – es gibt immer
eine positive Reaktion! Natürlich gibt es noch genügend Momente, in denen sie aus unerfindlichen
Gründen sehr ängstlich ist oder erschreckt, aber ich sehe meine positiven Gefühle bestätigt: das wird!
Auch mein Mann liest nun fleißig entsprechende Hundeliteratur, obwohl er sonst ein Krimifan ist -
ist ja aber auch genauso spannend!
So, jetzt noch schnell ein paar Fotos für dich, und dann werf ich den Staubsauger an – hier knirscht
es schon ganz schön in der Bude. Aber lass es knirschen – wir sind sooo happy, es war die absolut
richtige Entscheidung!
Viele liebe Grüße, und schon einmal schöne Ostertage für dich und deine Familie!
Sabine

Neuigkeiten vom 9. April 2013
Hallo Tanja!
Du hast sicher genug um die Ohren - trotzdem möchte ich mich kurz melden, damit du nicht denkst, wir wären
schon "versumpft" mit Sina!
Sina macht sich! Es ist eine Freude, täglich zu sehen, wie ihr Vertrauen zu uns wächst.
Sie liegt neben uns am Tisch, wenn wir essen. Wir haben ihr das Körbchen schmackhaft gemacht, in dem sie mittlerweile öfter entspannt
liegt. Die Couch wird abends natürlich gern bevorzugt! Vor allem mit (oder wegen der) vielen Streicheleinheiten.
Ängstlichkeit und Nähebedürfnis halten sich oft noch die Waage, manchmal ist auch ein Tag dabei, wo die Ängstlichkeit überwiegt.
Vieles ist immer noch neu und
"huch - gefährlich!" für sie, sie muss sich oft überwinden. Wir passen uns ihrem Tempo an.
Auf den Schleppleinen-Spaziergängen mit Spieleinlagen entwickelt sie manchmal einen solchen Übermut, dass alle Angst und Vorsicht
vergessen scheint, selbst wenn man im Spiel direkt auf sie zugeht - was ihr sonst oft noch suspekt ist. Sie hört gut auf ihren
Namen und auf den Ruf-Pfiff. Bei der Handfütterung üben wir jetzt, dass man erst nach dem "Sitz" sein Futter bekommt.
Das klappt schon ganz gut. Sie muss ja noch sooo viel lernen...Sina ist aber ein cleveres Mädchen, mit einem durchaus settertypischen
Sturköpfchen. ;-)
Inga hatte uns das Buch über ängstliche Hunde geschenkt, als wir Sina abholten, das lese ich peu à peu. Es sind sehr viele
gute und hilfreiche Tipps darin!
Und motiviert, wenn mal wieder ein Schritt rückwärts statt vorwärts angesagt ist...
Jeder Tag und Abend ist ausgefüllt mit vielen spannenden und schönen Erlebnissen zusammen mit unserer Fellnase - zusammen ihr
(und unser) neues Leben zu erkunden, ist einfach nur toll!
Viele liebe Grüße,
Sabine



20. Juni 2013: Sinia war im Urlaub!
Hallo Tanja,
nach längerer Zeit möchte ich mal ein kurzes Lebenszeichen von Sina und uns geben!
Sina lebt sich ein - kleine Fortschritte merken wir, wenn wir genau hinsehen - und
wir lernen, genau hinzuschauen! Denn natürlich sind es kleine Schritte.
Wir haben manchmal das Gefühl, sie wäre schon lange bei uns - was nicht richtig ist
- was sind schon drei Monate?! - und müssen uns dann bewusst machen,
dass diese kleinen Fortschritte innerhalb dieser Zeit eben KEINE kleinen sind,
sondern für sie sehr GROSSE!
Im Grunde genommen ist sie so unproblematisch: sie futtert fast alles gerne, fühlt
sich hier bei uns sauwohl, das merkt man.
Sie hat keine Angst vor Gewitter, und gewinnt immer mehr an Sicherheit: geht allein
in den Garten, laute Kinder (vor denen sie bisher direkt wieder
hineinflüchtete!) jagen ihr keinen Schrecken mehr ein.
Ich komme mittlerweile super mit ihr klar - auf meinen Mann reagiert sie immer noch
etwas zurückhaltend, wenn sie nicht gerade auf der Couch oder im
Bett mit ihm rumkuschelt. Da ist sie sehr zugänglich und total angstfrei. Im Alltag
hat sie viel mehr mit ihm zu tun, ist aber ihm gegenüber immer noch
zugänglicher, wenn ich dabei bin. Er neidet es mir gottseidank nicht, lacht
inzwischen darüber und wartet gelassen ab.
Wir waren eine Woche mit Sina in Urlaub in Holland, zusammen mit einer Freundin und
ihrem Hund, der bei zwei vorherigen arrangierten Treffen schon
ganz wunderbar auf Sina reagiert hat: er spürte ihre Angst und verhielt sich
dementsprechend "gentlemanlike".
Diese Freundin hat viel Hundeerfahrung, was eine wunderbare Voraussetzung war und
ist - an ihrem Hund Ben, der dreimal so groß und schwer
ist wie Sina, hat Sina sich prima orientieren können.
Der erste Urlaub am Meer, an einer 10-Meter-Schleppleine
am Strand herumtollen und den
Möwen hinterherjagen - wir haben Sina noch nie so ausgelassen und fröhlich "lachend"
erlebt!
Es war eine wunderschöne und entspannte Woche. Die Angst vor Fahrradfahrern hat sie
dort auch etwas ablegen können - in Holland radeln ja
nun genügend Menschen, sie muss sich wohl an den Anblick etwas gewöhnt haben. ;-)
Zur Sicherheit habe ich mich anfangs immer direkt vor
sie gestellt, später setzte sie sich auf mein Kommando selbst hin und wartete in
meiner Nähe, bis diese "merkwürdigen Vehikel" vorbeigezuckelt waren.
Auf meine Freundin konnte sie nach kurzer Zeit gut zugehen - wir nehmen das als
Anlass, jetzt langsam und rücksichtsvoll etwas mehr den "Kontakt zur
Außenwelt" zu üben.
Vor ein paar Tagen begegneten wir bei unserem Abendspaziergang einer netten Frau, die ebenfalls seit einem Jahr
einen (ehemals) ängstlichen Tierschutzhund
aus Polen hat. Wir kamen ins Gespräch: soviele Parallelen! Sina zeigte sich zwar
zurückhaltend, aber nicht verängstigt: der junge Hundemann gefiel ihr wohl! ;-)
Ich habe gleich nachgehakt, ob wir uns mal treffen können - war für eine gute
Gelegenheit!
Morgen habe ich den ersten Tierarzttermin mit ihr: eine Art "Schnuppertermin",
abends, wenn der große Praxis-Andrang vorbei ist. Ein erstes Mal hingehen, die
Gegend erkunden, den Termin mit ein paar Leckereien versüßt bekommen, damit der
"richtige" erste Check nicht so schwer fällt.
Ich bin gespannt, wie das für sie
wird, habe aber keine Bedenken.
Mir ist das - abgesehen von der üblichen Entwurmung
etc - wichtig, weil ich festgestellt habe, dass ihre Backenzähne leider
für ihr Alter nicht gut aussehen. Sie lässt sich tatsächlich von mir die Zähne
putzen, aber das hilft nicht wirklich - ich möchte, dass die Tierärztin sich das
einmal anschaut, damit Sina nicht zu früh Probleme damit bekommt.
Ableinen wollen/können wir sie noch nicht - sie soll erst zuverlässig auf Abruf
kommen, damit es keine Probleme gibt. Wir haben aber, im Gegensatz zu
den Gewohnheiten mit unserer vorigen Hündin, die Flexileine in den hintersten Winkel
verbannt, und laufen ausschließlich mit eine Schleppleine, damit das in
naher Zukunft klappen kann und wird. Ich bin da ganz optimistisch!
Wir sind so froh, dass wir Sina haben, sie ist ein richtiger Schatz! Es gibt immer
noch sehr viel zu lernen, für sie wie für uns.
Aber sie hat unser Herz derart erobert - nachdem wir unsere wunderbare erste Hündin
im letzten Herbst gehen lassen mussten, hätte ich das kaum
für möglich gehalten...
Viele liebe Grüße!
Sabine